Montag, 14. August 2017

Ich bin dann mal offline...



...und wünsche euch allen eine schöne zweite Augusthälfte, macht das Beste aus dem Wetter, bleibt gesund - ich freue mich aufs Wiederlesen im September!

Sonntag, 13. August 2017

Blumen-Kohl


Viel Zeit zum Blogschreiben habe ich nicht mehr, denn übermorgen geht es ab in den Urlaub. Aber diese besondere Kohl-Blume wollte ich doch noch gezeigt haben...


...auch wenn es sich hierbei, wie ihr sicher erkannt habt, nicht um eine farbintensive Neuzüchtung handelt, sondern um botanische "fake news".  ;-) Nämlich um eine tiefrosa Malvenblüte, die ich wegen des faszinierenden Farbkontrasts unbedingt auf die schwarzgrünen Blätter des Palmkohls setzen und ablichten musste.


Auf den Toskanischen Palmkohl (oder auch Schwarzkohl) bin ich im Frühjahr beim Sameneinkauf erstmals gestoßen, und die Anzucht auf dem Fensterbrett hat problemlos geklappt. Im Garten sind daraus große, buschige Stauden geworden, deren Blätter kleingeschnitten, mit Zwiebel und Knoblauch gedünstet und mit Pasta oder Kartoffeln vermischt eine schnelle und leckere rustikale Mahlzeit ergeben. Rustikal deshalb, weil der Palmkohl der robustere Verwandte des Wirsings ist und auch nach halbstündigem Garen noch etwas Biss hat, was ich aber gerne mag. Aber auch wenn man ihn nicht essen wollte, wäre er durch sein dekoratives Aussehen eine echte Bereicherung für den Garten (auch ohne rosa Blüten...). Ich habe Palmkohl-Stauden sogar in den üppigen Blumenbeeten im Stadtzentrum entdeckt, wo sie einen tollen dunklen Kontrapunkt zu den bunten Blütenpflanzen setzen. Nur gut, dass wahrscheinlich die wenigsten Leute wissen, dass diese grünschwarzen Blätter essbar und gesund sind, sonst müsste die Stadtgärtnerei ständig Palmkohl nachpflanzen...   :-)

Mittwoch, 9. August 2017

Paradicsom


"Paradicsom" ist ein ungarisches Wort und lässt sich je nach Zusammenhang mit "Paradies" oder aber auch mit "Tomate" übersetzen. Auch bei den Österreichern liegen die beiden Begriffe ja nah beieinander, dort wachsen "Paradeiser" an den Tomatenstecken. In dem Garten, von dem ich euch hier etwas zeigen möchte, könnte man botanisch-wortverspielt von einem "Paradicsom-paradicsom" oder Tomatenparadies sprechen - wenn es dort nicht noch so unendlich viel anderes gäbe, das munter um die Wette wächst. Aber die Sprache stimmt schon mal, denn der Garten ist das Werk eines lieben alten ungarischen Ehepaares, das hier seit zwanzig Jahren viel Zeit und noch mehr Liebe hineingesteckt hat. Am Sonntag waren wir bei ihnen eingeladen, und ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus:

 

Der Garten liegt an einem recht steilen Hang im Stuttgarter Westen, den sie terrassiert und in Stufen von unterschiedlicher Tiefe eingeteilt haben, vom XXL-Hochbeetformat bis hin zu einer kleinen Rasenfläche, auf der es sich von der Gartenarbeit ausruhen lässt.






Praktisch jedes Fleckchen Erde ist bepflanzt, das Gemüse gedeiht üppigst und überall dazwischen blühen Stauden und Einjährige in bunter Vielfalt. Und als ob es noch nicht genug wäre, hat die Gartendame mit dem grünen Daumen Töpfe und Schalen dazwischengestellt ("Ich seh immer die armen Blumen im Supermarkt - die Petunien hier wollten sie alle wegwerfen, da hab ich sie mitgenommen!"). 
- Das im Glas sind übrigens "kovászos uborka", wörtlich "Hefegurken", sie werden mit Dill, Knoblauch und einem Stück Brot in Salzwasser eingelegt und ein paar Tage in der Sonne stehen gelassen. Danach schmecken sie sehr apart und völlig anders als die bei uns üblichen süßsauren Gurken. -









Am oberen Ende des Gartens gibt es ein Häuschen  mit Terrasse, daneben steht ein Kanonenöfchen, in dem der Herr des Gartens Kartoffelgulasch gekocht hat.




Und mit Blick auf die "Hängenden Gärten" wurde dann königlich gespeist: Gulaschsuppe, Holzofenbrot, besagte Gurken, ein köstlicher Krautsalat, und zum Kaffee danach Mohnnudeln (von den Schnäpschen, ohne die es bei den Ungarn nie abgeht, schreibe ich nichts, denn das ist das einzige, wogegen ich mich immer standhaft wehre. Ich bekam dafür einen selbstgemachten Kirschlikör, der "isteni" schmeckte - einfach "göttlich").  ;-)






Und natürlich durften wir nicht nach Hause gehen, ohne reichlich mitzunehmen. Die "paradicsom" wurden zu Sauce, ein Kilo Brombeeren zu Marmelade eingekocht, und die übrigen Mohnnudeln gabs am nächsten Tag mit Vanillesauce zum Nachtisch. Mmmhhh... schlotz! :P

 




Sonntag, 6. August 2017

Sonntagsfreude: Sommerlieblinge

Lieblingsplätzchen (Südseite - nachdem ich endlich einen Sonnenschirm angeschafft habe, auch tagsüber zu genießen):




Lieblingsblümchen (Islandmohn - leider inzwischen schon abgeblüht, aber ich hoffe, er hat sich ein bisschen ausgesät):








Lieblingskräutlein (Bohnenkraut, Salbei und Minze, für den Winter zum Trocknen aufgehängt):





...und last but not least Lieblingsböhnchen aus dem Garten, gewürzt mit obigem Kräutlein und mit Zwiebel und Tomaten (von obigem Lieblingsplätzchen) als Salätchen angemacht zum Abendessen serviert:



SONNTAGS- und SOMMERFREUDEN!!!   :-)

Mittwoch, 2. August 2017

Flügge







Übers Wochenende war ich weg, und als ich am Sonntag zurückkam, waren sie ausgeflogen: die Jungen von Familie Falke nebenan. Mein Mann erzählte mir, wie die Falkenmama mit ihren drei Sprösslingen im Schlepptau vom Nistbaum aufs gegenüberliegende Hausdach geflogen war und wie die Jungen bei den ersten Landeversuchen erst einmal auf dem Dach herumpurzelten, bis sie sicher auf dem First saßen. Jetzt flattern sie in der Gegend herum, hocken auf Tannenbäumen und Dachgiebeln, und man hört von allen Seiten immer wieder ihr hohes "hi-hi-hi-hi-hi", mit dem sie nach den Eltern rufen, die sie noch eine Weile mit Futter versorgen werden, bis es dann ans eigene Jagen geht.

Freitag, 21. Juli 2017

Nestnachbarn




Überall in den Gärten ringsum hört man in diesen Sommerwochen Vogellaute unterschiedlichster Art, es piept und zwitschert, gurrt und krächzt, pfeift und keckert, dass es eine Freude ist. Seit einiger Zeit schon waren neue Töne dabei - vor allem laute, schnelle, scharfe Rufe, die ich anfangs mehr am Rande wahrnahm und auf die ich erst richtig aufmerksam wurde, als mein Mann sagte, er habe einen der Greifvögel, die seit einiger Zeit in der Gegend sind, beobachtet, wie er, hoch oben auf einem Fenstersims sitzend, eine Maus verspeiste. Ihm waren die neuen Nachbarn viel früher aufgefallen als mir, sie haben Lieblingsrastplätze auf dem Hochhaus am Anfang der Straße.
Aufmerksam geworden, schaute auch ich immer wieder nach ihnen aus, und schließlich entdeckte ich das Nest mit den Jungen - überraschenderweise ganz in unserer Nähe, nämlich auf der Fichte im Nachbargarten, ganz hoch oben. Es sind drei dicke, hell-graubraune, plusterige Jungvögel, die meist still in dem recht fragil wirkenden Horst hocken und nur manchmal ein wenig herumrutschen. Wenn einer der Elternvögel mit Futter herbeirauscht, gibt es kurz einiges Geschrei und Unruhe, dann wird weiter gewartet. 
Leider, leider verfüge ich nicht über ein ordentliches Teleobjektiv, das die geschätzt 50 Meter Luftlinie bewältigen könnte (steht auf der Wunschliste, aber anderes war bisher wichtiger). Diese stark vergrößerten Ausschnitte sind das Beste, was ich bisher hinbekommen habe. 
Und wir haben natürlich ein bisschen recherchiert, was für eine Art Greifvögel das sein könnten, sind uns aber nicht sicher. Ich tippe auf Sperber, aber ich konnte die Altvögel bis jetzt nicht gut genug beobachten; man bräuchte viel Zeit und Geduld, denn sie warten immer ewig ab, bis dann wieder mal einer ans Nest flitzt. Ich habe es erst zweimal gesehen (und einmal mit der Kamera erwischt, unteres Bild). Nun bin ich sehr gespannt, ob wir es mitbekommen, wenn die Jungen das Nest verlassen!

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Am Morgen hab ich einen der Altvögel beim Anflug aufs Nest erwischt. Zum Frühstück gab's eine Maus für die Jungen.
Hat irgendjemand eine Idee, um welche Art es sich handeln könnte?


Sonntag, 2. Juli 2017

Lebenskünstler












Als solchen kann man die Hauswurz zu Recht bezeichnen - oder sollte ich sie besser Hungerkünstler nennen? Aber danach sieht sie nun gar nicht aus, ganz im Gegenteil: Saftige, pralle Blätter und hohe Blütenstengel mit hübschen sternförmigen Blüten, das wirkt doch alles andere als magersüchtig, trotz absoluter Anspruchslosigkeit. Sie scheint von Luft und Licht zu leben.
Eine Pflanze für eine wie mich, die öfter mal das Gießen vergisst...
Was ich an dieser Pflanze außer ihrer Genügsamkeit auch sehr mag, ist ihre Ruhe: Sie nimmt sich viel Zeit, lässt es langsam angehen mit dem Wachsen. Wenn aber die Zeit reif ist zum Blühen, dann legt sie los - zwar immer noch relativ gemächlich, aber gemessen an ihrem sonstigen Tempo doch recht zügig. 
Die abgebildete Pflanze habe ich als drei oder vier kleine Ableger vor fast genau drei Jahren von ihr* bekommen. Sie stand sommers wie winters draußen auf dem Balkon, immer in der gleichen Erde. Erst in diesem Jahr hatte sie sich soweit vermehrt, dass sie die Tonschale ganz ausfüllte. Anfang Juni zeigten sich vier verheißungsvolle kleine Knubbel, und gut drei Wochen später war es soweit und die erste Blüte an jedem Stengel öffnete sich, strahlend wie eine kleine, bräunlich-rosa Sonne.
Ich freue mich jeden Tag an dem Anblick, zumal die Erinnerung an einen besonderen Ausflug und eine schöne Begegnung damit verbunden ist.
Liebe Roswitha, liebe Joona - wir haben uns leider aus den Augen verloren, aber in meinem Herzen seid ihr dabei, wenn ich meiner Hauswurz ab und an ein paar Tropfen Wasser gebe und auch an euch denke... Ich hoffe, ihr habt einen schönen Sommer!  <3

*ich habe mich erst beim Versuch zu verlinken daran erinnert, dass ihr Blog ja nicht mehr öffentlich zugänglich ist... Es gibt Wichtigeres im Leben, und alles hat seine Zeit.

P.S. Warum Blogger plötzlich weder Schriftart noch -grad so macht, wie ich es haben möchte, weiß ich nicht... es kommt entweder ganz klein oder riesengroß heraus. Ich hoffe, das gibt sich bald wieder!!!

Donnerstag, 22. Juni 2017

Sommerzeit, daheim und anderswo



Sommerzeit ist Draußenzeit, Freibadzeit, Radfahrzeit, Ausflugszeit, Drinnenzeit (wenn es draußen zu heiß wird), Eis-Schleck-Zeit, Helle-Abende-Zeit, GARTENZEIT... sie ist alles mögliche, aber eines ist sie nicht (jedenfalls nicht bei mir): Bloggerzeit.
Der Garten braucht gerade viel von meiner Zeit, auch weil neben dem üblichen Gießen, Jäten und Ernten so vieles danach schreit, in Ordnung gebracht zu werden: Efeuranken kriechen überall an Mauern und Sträuchern hoch und bilden an manchen Stellen dichte Teppiche, so manches Gebüsch, das mein Vater in großer Zahl gepflanzt hat, artet schon seit längerem - im Verbund mit Unkraut und wilden Schößlingen aller Art - in Gestrüpp aus und müsste eigentlich fachmännisch gerodet werden, anstatt es nur immer wieder zurückzuschneiden, worauf es nur umso wilder wuchert (Kirschlorbeer, Mahonie, und am schlimmsten ist etwas Niedriges, Kratziges, das sich unaufhaltsam über Ausläufer ausbreitet und dessen Namen ich nicht kenne)...
Aber die Bloggerei liegt nicht bloß aus Zeitmangel brach, sondern auch weil ich einfach keine Lust auf lange Computersitzungen habe. An einigen meiner Lieblingsblogs sehe ich, dass es vielen von euch ähnlich geht - lange Pausen zwischen den Posts, die mit Garten, Kindern, Ausflügen oder Hundewelpen (;-)) sicher gut gefüllt sind.
Eine willkommene Unterbrechung der heimatlichen Sommerarbeiten war für uns hier ein Dreitage-Ausflug nach Jena. Der große Sohn studiert dort schon im zweiten Master-Semester, und es wurde höchste Zeit, ihn einmal zu besuchen, zumal ich diese Stadt bis vor kurzem noch nicht gesehen hatte.
Wir hatten zwei gut gefüllte, interessante, wunderschöne Tage zusammen! Der Filius hatte sich die Zeit freigehalten und zeigte uns am ersten Tag Weimar und am zweiten Jena. Er machte seine Sache als Stadtführer richtig gut, und das Bummeln und Schauen und Pausemachen und Zusammensein war einfach herrlich!

Weimar - das heißt auch Goethe. Und sein Haus am Frauenplan mit den vielen antiken Kunstschätzen zu durchwandern ist interessant und ein bisschen labyrinthisch.
 


 Und wo Goethe ist, da ist natürlich auch mein Landsmann Friedrich Schiller nicht weit.


 Mitten in der Stadt liegt der weitläufige Park an der Ilm...
 ...und mitten im Park Goethes Gartenhaus mit einer Fülle der verschiedensten Pflanzen drumherum.

Im Reformationsjahr 2017 darf natürlich auch dieser streitbare Herr nicht fehlen.

 Diese Kirche gefiel mir ausnehmend gut: Stadtkirche St. Peter und Paul.

 Und nochmal Goethe...

In der Kirche sind viele Grabmäler, auch das von Joh. Gottfried Herder mit seinem Siegel drauf. Nicht der schlechteste Wahlspruch, finde ich.

Die vielen Mansardendächer überall wirken stimmungsvoll und freundlich, ebenso die Pferdedroschken, mit der man die Stadtbesichtigung fortsetzen kann, wenn einem die Füße zu müde werden (haben wir aber nicht gemacht).


Sehr genossen habe ich diese beiden hübschen, fein hergerichteten, aber nicht optisch "zu Tode sanierten" Städte: Jena hat viel Studenten-Flair, und Weimar macht trotz aller historischen Bedeutsamkeit und der vielen Denkmäler nicht den Eindruck, dass die Touristen hier das Wichtigste wären. In beiden Städten könnte ich mir gut vorstellen, auch im Stadtzentrum zu wohnen: es gibt viele verkehrsfreie Zonen und weiträumige Plätze, man kann stundenlang herumlaufen in den belebten Straßen und Gassen und kommt immer wieder an netten  Ecken und Winkeln vorbei. Und bei der unglaublichen Fülle an Straßencafés und gemütlichen kleinen Restaurants fällt die Auswahl echt schwer (gut, wenn der Sohn sich auskennt!).

 Während wir gemütlich bummeln, verschönert diese fleißige Dame das Weimarer Stadtbild

Und jetzt noch ein bisschen Jena: 
Mitten in der Altstadt steht wie ein Objekt von einem anderen Stern der Jentower. Eigentlich müsste man so was ja schrecklich finden und "Bausünde" schreien, aber ich fand ihn auf den ersten Blick toll und war je länger, je mehr überzeugt, dass genau dieser gigantische Fremdkörper im historischen Stadtbild einen genialen Kontrapunkt zu all dem sorgfältig Restaurierten bildet. Haltet mich für verrückt, aber ich finde das geringelte Ding schön!





 Mittagspause im Innenhof der Universität, mit Blick auf diesen u(h)rigen Turm.

Und gleich um die Ecke: der Botanische Garten. Ein Paradies... in das Studenten übrigens freien Eintritt haben.



So sieht ein Ginkgo-Baum aus, wenn er alt genug und von Dichterhand gepflanzt wird (ich habe natürlich ein Blatt mitgehen lassen):



Blick aus einem kleinen Studentencafé in den Hinterhof, durch bunte Blumen am Gitter entlang ebenfalls ziemlich paradiesisch.

Hier komme ich auf jeden Fall bald wieder her! Es gibt noch viel zu entdecken, und die Umgebung ist herrlich zum Wandern, was wegen der Hitze jetzt nur eingeschränkt möglich war.