Donnerstag, 14. Dezember 2017

vierzehn



Heute war amselgesang den ganzen Tag offline. Also bis jetzt, kurz vor Mitternacht. Und weil es von diesem Tag auch nicht viel zu erzählen gibt, dürft ihr hier die witzige Karte von Margot vom Blog "Judika" anschauen. Den Spruch auf dem Schildchen sollte ich mir viel öfter viel mehr zu Herzen nehmen. Heute allerdings habe ich wirklich etwas getan, was mich happy gemacht hat. Hinterher, wohlgemerkt. Als ich durch war mit Aufräumen und Putzen - nicht Großputz, kurz vor Weihnachten, aber die kleine Wohnung meines Vaters, die jetzt als Gästewohnung dient und die nächsten Tage das "isländische" Enkelkind samt seinem Papa beherbergt (bis jetzt ist ja nur Herr amselgesang Opa, aber ich genieße die Enkel liebend gerne mit).
Also: genug für heute, noch den aktuellen Adventskalendertee austrinken (sehr feiner Sonnentor-"Winternacht"-Tee von Magda, der ganz ähnlich schmeckt wie meine "Schneekönigin") und ab in die Heia. Der Tag war lang, weil ich um halb fünf von Regen, Sturm und Donner geweckt wurde und nicht mehr einschlafen konnte... Na dann: gute Nacht! Und danach: guten Tag!  :)



Mittwoch, 13. Dezember 2017

dreizehn

Ich sehe schwarz!
Nein, keine Bange, ich bin nicht unter die kategorischen Pessimisten gegangen (auch wenn ich manches in dieser Welt durchaus pessimistisch sehe...). Aber heute habe ich wirklich schwarzgesehen. Das kam so:
In unserer Stadt gibt es die "Aufbaugilde", eine diakonische Einrichtung, die Arbeitslose beschäftigt und unter anderem einen Tafelladen und einen großen Second-Hand-Markt betreibt. Dorthin brachte ich eine Ladung abgelegte Kleidungsstücke und anderes Guterhaltenes und nicht mehr Gebrauchtes. Und wo ich nun schon mal dort war, schaute ich noch das Kleiderangebot durch und fand das hier:



Einen schwarzen Mantel brauche ich eigentlich schon lange, war aber immer zu geizig, einen zu kaufen, weil ich Schwarz sehr selten trage (nur zu Konzerten oder Beerdigungen). Dieser war wie neu, passte wie angegossen und war für 25 Mäuse zu haben. Gebongt!
Wenn ihr bessere Augen habt als ich, könnt ihr euch jetzt denken, was der Sohn sagte, als ich zuhause freudig das Schnäppchen vorführte: "Schönes Teil, Mama - aber du weißt schon, dass der braun ist, oder?" Nee, wusste ich nicht! Im Neonlicht der Markthalle hatte ich das Teil ganz klar schwarz gesehen... Es war ein kleiner Schock, denn ich war mir meines differenzierten Farbensehens immer absolut sicher. Aber das ist nun eben doch das Alter... die Lichtstärke nimmt ab, die Linse trübt sich sachte ein. Ich merke es im grauen Winterdämmerlicht auch immer wieder, dass ich mehr elektrisches Licht brauche als früher. 
Eine Schwarzseherin werde ich deswegen aber noch lange nicht! Auch wenn ich heute leider schwarz gesehen habe...  :-)

Dienstag, 12. Dezember 2017

zwölf



Am Samstag vom Sohn "entdeckt". Es schien hungrig zu sein... Dreißig Minuten später war es selbst vom nassen Eis verschluckt.  :)

Montag, 11. Dezember 2017

elf



Für meinen Beitrag zum Teeadventskalender habe ich einen Früchte-Gewürztee mit dem märchenhaften Namen "Schneekönigin" ausgesucht. Fast hätte das Wetter dazu gepasst, denn gestern schneite es den ganzen Tag und alles sah wunderbar winterlich aus. Heute allerdings scheint Dauerregen angesagt (eigenartig, wie anders grauer Himmel wirkt je nachdem, ob weiße Flocken oder nasse Tropfen daraus herunterfallen).
Als ich mich bei Claudia zum Mitmachen angemeldet habe, war mir eigentlich schon klar, welchen Tee ich auswählen würde, nämlich diesen hier. Dann fiel mir beim Einkauf im Reformhaus die schöne Schneekönigin-Schachtel ins Auge, und nach dem Studium der Zutatenliste war klar: den muss ich probieren. Früchtetee pur ist nicht so mein Ding, der hohe Anteil an Malve und Hagebutte macht ihn zwar schön rot, aber für meinen Geschmack auch zu einseitig sauer. Hier ist nun die Säure durch Gewürzzutaten (wie beim Chai) ausgeglichen und dadurch bekommt der Tee ein angenehm rundes Aroma.

                              

Ja, und dann lag es
natürlich nahe, das      Märchen dazu zu le-   gen. Ich fand es im    Internet (hier) und      stellte fest, dass es mir in voller Länge  ganz neu war. Ich habe es mit viel Genuss bis zu Ende gelesen, aber es war klar, dass zwei DIN-A-4-Seiten Märchen das Adventsbrief-Format doch etwas sprengen würden. Deshalb nur die Webseiten-Adresse, samt warmer Empfehlung, sich bei der nächsten Tasse Adventstee dieses ungewöhnlich und wunderbar geschriebene Märchen zu Gemüte zu führen.                      
                                 






Zum Schluss noch  eine kleine Äußerlichkeit, die aber irgendwie typisch für mich ist: Das Aufregendste für mich ist bei solchen Aktionen nicht das Basteln (im Gegenteil, das finde ich sehr entspannend), sondern das Beschriften und Befüllen von 23 Briefumschlägen!  Sind alle Adressen richtig? Hab ich überall die dazu passende Karte reingesteckt? Ist meine Schrift auch leserlich? Als ich im Akkord Adressen geschrieben hatte und ans Eintüten ging, musste ich feststellen, dass ich etwa die Hälfte der Umschläge falsch herum beschriftet hatte... also quasi auf dem Kopf stehend.  Die Versuchung war groß, noch eine neue Packung Briefumschläge aufzumachen und neu zu adressieren (liebe Claudia, du wirst mich verstehen - wie war das mit dem Perfektionismus?)  ;-)
Ich habe es bleiben lassen und denke, die betreffenden Empfängerinnen haben vielleicht leise geschmunzelt... Vorweihnachtszeit... da kann die Welt schon mal ein bisschen kopfstehen, oder?

                                                                                                                                                            
P.S. Leider scheint meine Adventspost nicht überall pünktlich angekommen zu sein, das tut mir sehr leid und ich hoffe, die Betreffenden sehen es mir nach und könne den Tee auch noch mit Verspätung genießen. Ich hätte eben doch gleich im November... ach ja. *seufz*

Sonntag, 10. Dezember 2017

zehn




Mein Blogpost zum zweiten Adventssonntag kommt erst am Abend, denn vorher musste noch gebastelt werden, und dazu hatte ich gestern keine Gelegenheit. Ja, ich habe Sterne gebastelt, und zwar aus all den schmucken Teebeutel-Tütchen der ersten zehn Tage vom Tee-Adventskalender! Die Bastelanleitung habe ich von hier. Und ich bin wirklich erstaunt und erfreut, wie schön diese Sterne geworden sind. Man braucht keine großen Faltkünste dazu, denn sie gehen einfach zu machen - die meiste Arbeit macht das Zuschneiden von jeweils zwei Quadraten aus den Tütchen. MIt dem feinen Christmas-Tea von Käthe war das aber ein Vergnügen.
Ich danke allen, von denen mir bis jetzt so feine Tee-Spezialitäten und liebevoll gestaltete Karten ins Haus geschneit sind (beim Öffnen eines Umschlages gab es tatsächlich ein kleines Schneegestöber aus winzigen Papier"kristallen")! Es ist so schön, jeden Tag voller Neugier und Vorfreude einen Umschlag zu öffnen und zu schnuppern, was wohl drin ist: Gewürztee, Vanillekipferl-Geschmack, Süßholz-Minze, Ingwer-Zitrone oder... oder... Was für ein Genuss!
Und morgen gibts dann "meinen" Tee - ich hoffe, er schmeckt!  :)

Samstag, 9. Dezember 2017

neun





GEBURTSVORBEREITUNG

Doch, auch dieses Jahr
backe ich wieder,
türmen sich Tüten, 
raschelt Papier.

Doch, auch dieses Jahr wieder:
Kerzen, Geschenke, Lieder, Tand
und ein bisschen Stress.

Warum?
Weil die Welt gerettet sein will.
Diese Welt genau hier,
von mir und keiner anderen.

                                  Ina Praetorius













Freitag, 8. Dezember 2017

acht

 

Beim Anblick der dünnen Eisdecke auf unserem "Weiher" kam mir gestern spontan dieses bekannte alte Kindergedichtlein in den Sinn:


Vom Büblein auf dem Eis
 
Gefroren hat es heuer noch gar kein festes Eis.
Das Büblein steht am Weiher und spricht so zu sich leis:
„Ich will es einmal wagen,
das Eis, es muss doch tragen!"
 Wer weiß?

Das Büblein stampft und hacket mit seinem Stiefelein.
Das Eis auf einmal knacket, und krach! schon bricht’s hinein.
Das Büblein platscht und krabbelt
als wie ein Krebs und zappelt
mit Schrei'n.

  „O helft, ich muß versinken in lauter Eis und Schnee!
O helft, ich muß ertrinken im tiefen, tiefen See!“
Wär nicht ein Mann gekommen,
Der sich ein Herz genommen,
 O weh!

Der packt es bei dem Schopfe und zieht es dann heraus:
Vom Fuße bis zum Kopfe wie eine Wassermaus.
Das Büblein hat getropfet,
der Vater hat’s geklopfet
                                                     zu Haus.

                                                (Friedrich Güll)
 
Ja, liebe Leute, ich weiß, das Gedicht ist furchtbar altmodisch und moralisierend, mit erhobenem Zeigefinger belehrend und am Ende sogar ziemlich schwarzpädagogisch. Ein Meisterwerk deutscher Dichtkunst ist es auch nicht, wenn auch ganz originell. Ich mag es trotzdem, ebenso wie den guten alten Struwwelpeter und - natürlich auf ungleich gehobenerem Niveau - den unsterblichen "Max und Moritz". Letzteren musste man mir im Vorschulalter nach Auskunft meiner Mutter so oft vorlesen, dass ich ihn schließlich weitgehend auswendig konnte und letztlich wohl damit lesen gelernt habe... und, haha, diese Liebe hat sich wohl vererbt, denn als mein vierjähriger Erstgeborener von seinem kleinen Bruder einmal sehr geärgert worden war, ging er wütend auf ihn los und zitierte Witwe Bolte: "O du Spitz, du Undetüm! Aber wart, ich tomme ihm...!"
Ich habe bei meinen Kindern die Erfahrung gemacht, dass auch sie, Moral hin oder her, solche altmodischen Kindergedichte mögen, wenn man sie recht ausdrucksvoll vorträgt ("Wer weiß...??" - "O weh!!"). Sie mögen alte und neue Gedichte, ernste und lustige, rührende und Quatschgedichte - einfach weil sie Reime und Wortspiele, Rhythmus und Überraschungen lieben. Und vielleicht auch, weil sie merken, wieviel Spaß es Mama oder Papa (oder Oma und Opa) macht, immer mal wieder so ein Wortschätzchen mit ihnen zu teilen und sich gemeinsam daran zu erfreuen. 
Ich denke gerade, ich werde gelegentlich einmal ein paar meiner Lieblings-Kindergedichte hier versammeln, als Anregung für andere Gedichteliebhaber und damit ich sie selber nicht vergesse. 

 

P.S. Eben fiel mir noch ein "Eis-auf-dem-See"-Gedicht ein, eins von Christian Morgenstern, das überhaupt nicht pädagogisch daherkommt, sondern auf kindlicher "Augenhöhe" und wunderbar anschaulich ist und das ich noch viel schöner finde als das oben zitierte (hier: klick).