Sonntag, 2. Juli 2017

Lebenskünstler












Als solchen kann man die Hauswurz zu Recht bezeichnen - oder sollte ich sie besser Hungerkünstler nennen? Aber danach sieht sie nun gar nicht aus, ganz im Gegenteil: Saftige, pralle Blätter und hohe Blütenstengel mit hübschen sternförmigen Blüten, das wirkt doch alles andere als magersüchtig, trotz absoluter Anspruchslosigkeit. Sie scheint von Luft und Licht zu leben.
Eine Pflanze für eine wie mich, die öfter mal das Gießen vergisst...
Was ich an dieser Pflanze außer ihrer Genügsamkeit auch sehr mag, ist ihre Ruhe: Sie nimmt sich viel Zeit, lässt es langsam angehen mit dem Wachsen. Wenn aber die Zeit reif ist zum Blühen, dann legt sie los - zwar immer noch relativ gemächlich, aber gemessen an ihrem sonstigen Tempo doch recht zügig. 
Die abgebildete Pflanze habe ich als drei oder vier kleine Ableger vor fast genau drei Jahren von ihr* bekommen. Sie stand sommers wie winters draußen auf dem Balkon, immer in der gleichen Erde. Erst in diesem Jahr hatte sie sich soweit vermehrt, dass sie die Tonschale ganz ausfüllte. Anfang Juni zeigten sich vier verheißungsvolle kleine Knubbel, und gut drei Wochen später war es soweit und die erste Blüte an jedem Stengel öffnete sich, strahlend wie eine kleine, bräunlich-rosa Sonne.
Ich freue mich jeden Tag an dem Anblick, zumal die Erinnerung an einen besonderen Ausflug und eine schöne Begegnung damit verbunden ist.
Liebe Roswitha, liebe Joona - wir haben uns leider aus den Augen verloren, aber in meinem Herzen seid ihr dabei, wenn ich meiner Hauswurz ab und an ein paar Tropfen Wasser gebe und auch an euch denke... Ich hoffe, ihr habt einen schönen Sommer!  <3

*ich habe mich erst beim Versuch zu verlinken daran erinnert, dass ihr Blog ja nicht mehr öffentlich zugänglich ist... Es gibt Wichtigeres im Leben, und alles hat seine Zeit.

P.S. Warum Blogger plötzlich weder Schriftart noch -grad so macht, wie ich es haben möchte, weiß ich nicht... es kommt entweder ganz klein oder riesengroß heraus. Ich hoffe, das gibt sich bald wieder!!!

Donnerstag, 22. Juni 2017

Sommerzeit, daheim und anderswo



Sommerzeit ist Draußenzeit, Freibadzeit, Radfahrzeit, Ausflugszeit, Drinnenzeit (wenn es draußen zu heiß wird), Eis-Schleck-Zeit, Helle-Abende-Zeit, GARTENZEIT... sie ist alles mögliche, aber eines ist sie nicht (jedenfalls nicht bei mir): Bloggerzeit.
Der Garten braucht gerade viel von meiner Zeit, auch weil neben dem üblichen Gießen, Jäten und Ernten so vieles danach schreit, in Ordnung gebracht zu werden: Efeuranken kriechen überall an Mauern und Sträuchern hoch und bilden an manchen Stellen dichte Teppiche, so manches Gebüsch, das mein Vater in großer Zahl gepflanzt hat, artet schon seit längerem - im Verbund mit Unkraut und wilden Schößlingen aller Art - in Gestrüpp aus und müsste eigentlich fachmännisch gerodet werden, anstatt es nur immer wieder zurückzuschneiden, worauf es nur umso wilder wuchert (Kirschlorbeer, Mahonie, und am schlimmsten ist etwas Niedriges, Kratziges, das sich unaufhaltsam über Ausläufer ausbreitet und dessen Namen ich nicht kenne)...
Aber die Bloggerei liegt nicht bloß aus Zeitmangel brach, sondern auch weil ich einfach keine Lust auf lange Computersitzungen habe. An einigen meiner Lieblingsblogs sehe ich, dass es vielen von euch ähnlich geht - lange Pausen zwischen den Posts, die mit Garten, Kindern, Ausflügen oder Hundewelpen (;-)) sicher gut gefüllt sind.
Eine willkommene Unterbrechung der heimatlichen Sommerarbeiten war für uns hier ein Dreitage-Ausflug nach Jena. Der große Sohn studiert dort schon im zweiten Master-Semester, und es wurde höchste Zeit, ihn einmal zu besuchen, zumal ich diese Stadt bis vor kurzem noch nicht gesehen hatte.
Wir hatten zwei gut gefüllte, interessante, wunderschöne Tage zusammen! Der Filius hatte sich die Zeit freigehalten und zeigte uns am ersten Tag Weimar und am zweiten Jena. Er machte seine Sache als Stadtführer richtig gut, und das Bummeln und Schauen und Pausemachen und Zusammensein war einfach herrlich!

Weimar - das heißt auch Goethe. Und sein Haus am Frauenplan mit den vielen antiken Kunstschätzen zu durchwandern ist interessant und ein bisschen labyrinthisch.
 


 Und wo Goethe ist, da ist natürlich auch mein Landsmann Friedrich Schiller nicht weit.


 Mitten in der Stadt liegt der weitläufige Park an der Ilm...
 ...und mitten im Park Goethes Gartenhaus mit einer Fülle der verschiedensten Pflanzen drumherum.

Im Reformationsjahr 2017 darf natürlich auch dieser streitbare Herr nicht fehlen.

 Diese Kirche gefiel mir ausnehmend gut: Stadtkirche St. Peter und Paul.

 Und nochmal Goethe...

In der Kirche sind viele Grabmäler, auch das von Joh. Gottfried Herder mit seinem Siegel drauf. Nicht der schlechteste Wahlspruch, finde ich.

Die vielen Mansardendächer überall wirken stimmungsvoll und freundlich, ebenso die Pferdedroschken, mit der man die Stadtbesichtigung fortsetzen kann, wenn einem die Füße zu müde werden (haben wir aber nicht gemacht).


Sehr genossen habe ich diese beiden hübschen, fein hergerichteten, aber nicht optisch "zu Tode sanierten" Städte: Jena hat viel Studenten-Flair, und Weimar macht trotz aller historischen Bedeutsamkeit und der vielen Denkmäler nicht den Eindruck, dass die Touristen hier das Wichtigste wären. In beiden Städten könnte ich mir gut vorstellen, auch im Stadtzentrum zu wohnen: es gibt viele verkehrsfreie Zonen und weiträumige Plätze, man kann stundenlang herumlaufen in den belebten Straßen und Gassen und kommt immer wieder an netten  Ecken und Winkeln vorbei. Und bei der unglaublichen Fülle an Straßencafés und gemütlichen kleinen Restaurants fällt die Auswahl echt schwer (gut, wenn der Sohn sich auskennt!).

 Während wir gemütlich bummeln, verschönert diese fleißige Dame das Weimarer Stadtbild

Und jetzt noch ein bisschen Jena: 
Mitten in der Altstadt steht wie ein Objekt von einem anderen Stern der Jentower. Eigentlich müsste man so was ja schrecklich finden und "Bausünde" schreien, aber ich fand ihn auf den ersten Blick toll und war je länger, je mehr überzeugt, dass genau dieser gigantische Fremdkörper im historischen Stadtbild einen genialen Kontrapunkt zu all dem sorgfältig Restaurierten bildet. Haltet mich für verrückt, aber ich finde das geringelte Ding schön!





 Mittagspause im Innenhof der Universität, mit Blick auf diesen u(h)rigen Turm.

Und gleich um die Ecke: der Botanische Garten. Ein Paradies... in das Studenten übrigens freien Eintritt haben.



So sieht ein Ginkgo-Baum aus, wenn er alt genug und von Dichterhand gepflanzt wird (ich habe natürlich ein Blatt mitgehen lassen):



Blick aus einem kleinen Studentencafé in den Hinterhof, durch bunte Blumen am Gitter entlang ebenfalls ziemlich paradiesisch.

Hier komme ich auf jeden Fall bald wieder her! Es gibt noch viel zu entdecken, und die Umgebung ist herrlich zum Wandern, was wegen der Hitze jetzt nur eingeschränkt möglich war.

Sonntag, 28. Mai 2017

Zwiebelschön




Mit blühenden Winterheckzwiebeln melde ich mich zurück: es müssen ja nicht immer Rosen sein, auch diese bei mir sehr beliebte Salatzutat hat außer geschmacklichen auch ihre optischen Reize! :-)
Die lange Pause kam (unter anderem) durch eine Sache, auf die ich sehr fokussiert war; da rückt Blogschreiben bei mir dann total in den Hintergrund. Ich hatte ein Konzert  organisiert und vorbereitet, das heute in unserer Kirche stattfinden sollte - nun hat vorgestern der Sänger, den ich begleiten sollte, wegen einer akuten Kehlkopfentzündung abgesagt... MIST! es ist sehr schade, aber wir werden es irgendwann nachholen. So nutze ich den unverhofft freien Nachmittag unter anderem fürs Wiederauftauchen hier - zwiebelschöne Grüße an alle, ich hoffe, Ihr habt alle ein schattiges, ruhiges Plätzchen, um diese Affenhitze  diesen Hochsommer im Mai zu genießen!

Montag, 8. Mai 2017

Die erste...!




Anfang Mai! Ich finde es ja ein bisschen früh, aber sie hat's wohl nicht erwarten können und wollte unbedingt vor den Pfingstrosen da sein. Und wie sie duftet - einfach himmlisch! Leider kann man per Internet nur Bilder oder Töne vermitteln, aber keine Düfte. Sonst würdet ihr jetzt die Augen schließen und mit mir ganz tief durchatmen: Mmmmmhhhhh..... herrlich!

Donnerstag, 27. April 2017

...macht was er will

Ja, der April...!
Vier Tage Schweiz, hoch über dem Thuner See, wandern und den Frühling genießen. Hach! Der Eheliebste war schon einmal da gewesen und hatte mir von der tollen Aussicht vom Balkon des Gästehauses vorgeschwärmt: Panoramablick auf den See und die Berge des Berner Oberlands!


Nun ja... 



Von wegen...














Die Wetteraussichten waren ja schon zu Wochenbeginn nicht so rosig gewesen, aber wir hatten es nicht für ganz aussichtslos gehalten. Und nun waren wir entschlossen, das Beste draus zu machen und diesen Kurzurlaub nach Kräften zu genießen. Trotz April und Waberwolken!
Und genau das haben wir jetzt schon zwei Tage lang getan:






Bummel durch das reizende Städtchen Thun mit Burgbesichtigung (was kann man bei Nieselregen Besseres t(h)un?) - und anschließend haben wir den Nachmittag in der Hauptstadt verbracht. Ich war noch nie da und die Berner Altstadt hat es mir wirklich sehr angetan.


 




Der Regen hatte zwar aufgehört, aber draußen sitzen ging natürlich nicht (viel zu kalt). Bei so vielen urigen und gemütlichen Cafés aber kein Problem.
















Das hat mir gefallen: Oben hält Tell die eidgenössische Fahne hoch, und unten zielt der Berner Bär mit der Flinte auf die Passanten...!    :-)



   
Und erst diese Dame hier:
Ganz schön kokett, die Frau Justitia! 













Heute früh dann dieser Blick aus dem Fenster:


Jetzt war klar: Wir hätten die Skier einpacken sollen statt der Wanderschuhe!!
Was solls - geht man eben ausgiebig baden. Heute war Interlaken dran.


Der Ort ist sicher nicht gerade der Allerschönste - aber der Schokikuchen, den ich mir nach dem Schwimmen in einem herrlich gemütlichen Café Gäbelchen um Gäbelchen auf der Zunge zergehen ließ, sucht wohl selbst in der Schweiz seinesgleichen... und war jedes Räppli und jede Kalorie wert!


Morgen verlassen wir diesen Aprilwintertraum in den Wolken und fahren Richtung Zürich. Zumindest für den Samstag ist ja Sonne pur angesagt!

Montag, 24. April 2017

Beherzt



Unter mehreren Äpfeln in der Obstschale griff ich zufällig diesen heraus - und konnte gerade noch innehalten vor dem Anbeißen: Nanu...?!
Auch wenn es auf den zweiten Blick ganz sicher keine Laune der Natur, sondern eher ein werbewirksamer Gag eines einfallsreichen Obstbauern ist, hab ich mich doch über die unerwartete Herzensbotschaft gefreut.
Da gibt's eigentlich nur noch eines: herzhaft reinbeißen!  :-)